Wer war Joseph Beuys?

Joseph Beuys wurde am 12. Mai 1921 in Krefeld geboren und zog im selben Jahr mit seiner Familie nach Kleve. Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und wurde als Bordfunker eingesetzt. Ein Flugzeugabsturz auf der Krim im Jahr 1944 prägte sein Leben und künstlerisches Arbeiten nachhaltig. 1946 begann er sein Studium für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf und wird Meisterschüler von Ewald Mataré. Nach einer schweren persönlichen Krise in den Jahren 1955-56, während der er sich auf dem Hof der Familie van der Grinten in Kranenburg aufhält, entwickelte er allmählich seine Ideen zu einem erweiterten Kunstbegriff. Ihm wurde bewusst, dass Kunst und Leben nicht voneinander zu trennen sind.

1961 begann Beuys als Professor für monumentale Bildhauerei an der Akademie Düsseldorf. 1972 wurde er jedoch fristlos entlassen, da er von der Akademie abgewiesene Studenten in seine Klasse aufnahm. Er vertrat die Meinung, dass jedem Menschen der Zugang zum Kunststudium ermöglicht werden soll.

Beuys gehörte in den 1960er Jahren der Kunstbewegung Fluxus an (um 1960 in New York, Tokio und Deutschland entstanden; Aktionskunst, oftmals zu politischen Themen). Seit 1964 sah man seine Kunst häufig auf der Kasseler documenta. Sein Oeuvre umfasst neben den prozesshaften Kunstaktionen auch Rauminstallationen, plastische Werke, Aquarelle, Zeichnungen, Multiples und Schriften.

In den 1960er und 1970er Jahren trat Beuys als politischer Vermittler auf. 1967 gründete er die „Deutsche Studentenpartei“, später in „Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“ umbenannt, und wurde 1979 Mitglied der neugegründeten Partei „Die Grünen“.

Beuys starb am 23. Januar 1986 im Alter von 64 Jahren in Düsseldorf.

  
Beuys mit Petra Kelly, * 1947 und † 1992, 
deutsche Politikerin und Friedensaktivistin; 
Mitbegründerin der Partei Die Grünen