Die letzten Meter auf dem Weg zum Abitur

Donnerstags Corona-Test, Freitags Deutsch-Abitur – in diesem Rhythmus ging es in den letzten zwei Wochen für unsere Schülerinnen und Schüler durch die Abiturprüfungen. Als wäre das Abitur nicht schon Herausforderung genug, müssen alle Beteiligten auch der Pandemie Rechnung tragen. Tatsächlich haben sich die Lernenden mit den besonderen Umständen durch Corona aber schnell arrangiert. Die Testungen, die Masken, der Abstand – all das spielt kaum eine Rolle.

Die Gedanken drehen sich stattdessen um Kleist, den Nationalismus im Kaiserreich oder Differenzialrechnung. Dabei erleben Schüler*innen und Lehrer*innen selbst ein historisches Abitur, nicht nur aufgrund der Pandemie. Für unsere Schule ist es eine Premiere. Der erste Abiturjahrgang wird in wenigen Wochen Hoffmannallee und Ackerstraße mit dem höchsten schulischen Abschluss verlassen.  Es gibt wohl nicht wenige Schülerinnen und Schüler, die zu Beginn der 5. Klasse über diesen Gedanken herzhaft gelacht hätten. Damals nämlich hatten sie sich noch bei der städtischen Sekundarschule angemeldet.

Seitdem ist viel passiert. Nicht nur Schulform und Name haben sich geändert. 43 Schüler*innen machten sich im Sommer 2018 daran, die erste Oberstufe der neuen Gesamtschule zu bilden. Einige blieben seitdem auf der Strecke, verblieben als Wiederholer in der Q1 oder beendeten ihren Weg mit dem Fachabitur im letzten Jahr.

Mit Spannung verfolgen nun auch die Abgänger das letzte und entscheidende Stück ihrer ehemaligen Mitschüler auf dem Weg zum Abitur. 32 junge Erwachsene sind angetreten und arbeiten sich jetzt durch die verschiedenen Prüfungen. Eine vermeintlich kleine Zahl, die im Hinblick auf die Entwicklung der Schule und die besonderen Umstände jedoch nicht nur Béatrice Mack-Lillig, unsere Abteilungsleiterin der Abteilung III, durchaus mit Stolz erfüllt: „An unseren Schüler*innen beeindruckt mich immer wieder, wie zielstrebig und gleichzeitig gelassen sie ihr Ziel, Abitur zu machen, verfolgen. Sie haben gelernt, Hindernissen bewusst zu begegnen, Probleme zu lösen. Sie haben erfahren, dass es sich lohnt, sich einzusetzen, sich anzustrengen.“

Wenn die Schüler*innen dann im Juni endgültig ihre Tasche packen und der Schule den Rücken kehren, dann bleibt eine besondere Erinnerung an den ersten Abiturjahrgang. Ein Jahrgang, der viel erlebt hat und dem der Weg ein Virus zusätzlich erschwert wurde. „Unser erster Jahrgang hat mit seiner offenen Art schon jetzt Spuren hinterlassen und für alle nachfolgenden Oberstufenschüler*innen Brücken für eine erfolgreiche Oberstufenzeit gebaut.“, freut sich Mack-Lillig. Doch noch ist der Weg nicht zu Ende. Demnächst steht dann mit der mündlichen Abiturprüfung die letzte Hürde vor dem Ziel auf dem Programm.

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