Schule Kunst Museum 2026
In drei aufeinander aufbauenden Projekten hat sich die Q2 auf ungewöhnliche Weise mit analogen Medien, historischen Wissensbeständen und dem Museum als Ort auseinandergesetzt.
Das erste Projekt führt die Auseinandersetzung mit Bild und Geschichte in den Museumsraum selbst. Im Erdgeschoss, dort wo die fotografischen Werke Sammlung des Museums in der Ausstellung More Than Ever! The Collection ihren Platz hatten, haben die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Raum bespielt und sind damit bewusst in einen Dialog mit dem Ort getreten. Kleinformatige Originalfotografien, gefunden auf Trödelmärkten, hängen nun in einer Reihe in weißen und schwarzen Rahmen: anonyme Bilder aus dem Alltag vergangener Jahrzehnte, übermalt, ergänzt, neu gelesen. Die räumliche Nähe zur fotografischen Sammlung des Museums ist dabei kein Zufall: Sie macht den Bezug sichtbar zwischen dem, was als Kunst gesammelt wird, und dem, was im Verborgenen der Trödelmärkte schlummert.
Im zweiten Projekt begegneten sie erstmals dem Diaprojektor, dem Leuchtkasten und dem Dia als Bildträger. Mit Nadeln, Farbe und Stiften veränderten sie gefundene Dias und kratzten, lochten und übermalten sie, bis aus fremden Fotografien eigene Traumbilder und neue Bildwelten entstanden. Im dritten Projekt wandten sie sich historischen Schautafeln aus den 1950er bis 1970er Jahren zu. Lehrmedien, die einst unhinterfragt im Klassenzimmer hingen. Die Schülerinnen und Schüler betrachteten sie kritisch, benannten Lücken und Schieflagen und griffen künstlerisch ein: mit Schlagworten, Übermalungen und malerischen Gesten korrigierten und aktualisierten sie das überlieferte Wissen.
Alle drei Projekte zusammen zeigen, wie Bildung und Kunst ineinandergreifen können und wie junge Menschen Vergangenheit nicht nur betrachten, sondern befragen, überschreiben und neu in die Welt setzen.





